Was ist Aufklärung?

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Zitiert nach: Kant, Immanuel: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, ursprünglich erschienen in: Berlinische Monatsschrift 4 (12), 1784, S. 481-494.


Humanismus

Im klassischen Humanismus werden Theorie und Praxis vom Menschen abgeleitet. Die Gestaltung der Lebensverhältnisse soll in der Art erfolgen, dass eine freie Entfaltung der Persönlichkeit möglich ist. Die Menschenrechte, Produkt der Aufklärung und humanistischen Denkens, verstehe ich als Leitlinien jeder humanistischen Weltanschauung.

Ich selbst stehe dem evolutionärem Humanismus in der Ausprägung durch die Giordano-Bruno-Stiftung nahe. Die Stiftung besteht seit 10 Jahren und fördert die Entwicklung des evolutionären Humanismus. Der evolutionäre Humanismus, entwickelt von Julian Huxley in den 1960er Jahren, verfolgt eine ähnliche Zielsetzung wie der klassische Humanismus. Jedoch versucht er neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu integrieren; er ist somit prinzipiell weiter-entwickelbar. Die wichtigsten Positionen sind im Manifest des evolutionären Humanismus (Aschaffenburg 22006) von Michael Schmidt-Salomon (Vorstandssprecher) im Auftrag der Stiftung niedergeschrieben. Ich gehöre zum Förderkreis der Stiftung und bin Mitglied der gbs-Regionalgruppe Hamburg.


Humanistische Basis-Setzung (HBS)

Alle Menschen (ungeachtet welcher Gruppe sie angehören – auch die kommenden Generationen werden hier mit einbezogen!) sind gleichberechtigt und frei in ihrem Streben, ihre individuellen Vorstellungen vom guten Leben im Diesseits zu verwirklichen, sofern dadurch nicht die gleichberechtigten Interessen anderer in Mitleidenschaft gezogen werden,
und es ist die unaufkündbare Aufgabe eines jeden Menschen, mit allen zur Verfügung stehenden Kräften dazu beizutragen, daß möglichst wenigen (im Idealfall: niemandem) die Inanspruchnahme dieses fundamentalen Rechts versagt bleibt.

Zitiert nach Schmidt-Salomon, Michael: Das “Münchhausentrilemma” oder: Ist es möglich, sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen?, ursprünglich erschienen in A&K Sonderheft Nr. 5, 8 Jg., 2001.